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    09.09.10 01:33

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    DGFT - Deutsche Gesellschaft für Theatertherapie


    Die Gesellschaft für Theatertherapie wurde 1995 in Hannover gegründet aus dem Interesse, ein Diskussions- und Arbeitsforum für alle im Feld der Theater- und Dramatherapie und verwandten Bereichen tätigen Künstler und Therapeuten zu schaffen.


    Was ist Theater- und Dramatherapie?

    Die Drama- und Theatertherapie ist eine Kunsttherapie, die die verwandelnde Kraft des Theaterspielens zu individual- und sozialtherapeutischen Zwecken einsetzt, wobei wir die Bezeichnung "Dramatherapie" für eine primär prozessorientierte Arbeit verwenden und als "Theatertherapie" eine auch produktorientierte Arbeit beschreiben, bei der die Erarbeitung und Aufführung eines Theaterstücks integraler Bestandteil des therapeutischen Prozesses ist.

    Theater wurde seit der Antike zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. "Drama" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Handlung". Mit "Drama" ist hier der ästhetische, emotionale, expressive und kommunikative Prozess gemeint, der durch Theaterspiel stattfindet.

    Theater lädt dazu ein, im Spiel neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und erweist sich somit als Potenzial für die Ver-Wandlung von Einzelnen und der Gemeinschaft. Die Dramatherapie konzentriert sich primär auf die gesunden Anteile der Persönlichkeit und stärkt diese. Der handlungs- und gegenwartsbezogene Aspekt steht im Vordergrund und der Einzelne wird immer als Teil und in Bezug zu einem größeren Ganzen gesehen. Dabei wird in der Drama-/Theatertherapie nicht nur auf biografisches Material, sondern v.a. auf fiktive Geschichten zurückgegriffen, die die gesamte Palette menschlicher Leidenschaften und "Dramen" enthalten und sie darstell- und handhabbar machen.

    Die Prinzipien der zeitgenössischen Dramatherapie basieren auf einer über 40jährigen Erfahrung vor allem in England, den USA und den Niederlanden. Wichtige Pioniere waren dabei Sue Jennings (GB), Alida Gersie (GB), Mooli Lahad (USA/Israel) und Robert Landy (USA).

    In den genannten Ländern ist Dramatherapie heute eine anerkannte und in das staatliche Gesundheitswesen aufgenommene Therapieform. Theater- und Dramatherapie wird in allen psychosozialen Feldern angewandt und hat sich insbesondere bei sonst schwer erreichbaren Klienten und Problemfeldern bewährt. Die spielerischen und körperorientierten Herangehensweisen überwinden die Grenzen des rationalen Verstehens, so dass emotionale Aufgeschlossenheit erreicht und neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten erschlossen werden können.


    Welche Ziele verfolgt die Deutsche Gesellschaft für Theatertherapie?

    Die DGFT hat sich folgende Aufgaben gesetzt:

    • die Förderung der Anwendung des heilenden und sozial integrierenden Potenzials von Theater und künstlerischen Aktionsformen in sozialen Arbeitsfeldern
    • die Förderung und Durchführung von Forschungsvorhaben, die den besonderen Beitrag von theater- und dramatherapeutischen Methoden bei Prävention und Heilung im Gesundheitswesen belegen und deren breitere Anwendung unterstützen
    • die Herausgabe von Publikationen über entsprechende Arbeiten aus Wissenschaft und Praxis im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen
    • die Durchführung und Organisation von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, Symposien und Kongressen
    • die Zusammenarbeit und Koordination mit Personen, Institutionen und Verbänden in diesem Arbeitsfeld in Deutschland und Europa
    • die Interessenvertretung und den Aufbau eines Berufsverbands für Drama-, Theatertherapeuten und künstlerisch Tätige in diesem Arbeitsfeld
    • die Entwicklung eines Profils zur Qualitätssicherung in der Anwendung und der Aus- und Fortbildung in drama-/theatertherapeutischen Verfahren.
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