Die Ethik-Richtlinien der DGfT e.V.

Die ethischen Richtlinien beschreiben Leitlinien im Sinne einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Mit­glieder der DGfT. Sie beziehen sich auf jede Form eigenverantwortlichen Handelns im therapeuti­schen, beraterischen, supervisorischen, berufspoli­tischen, wissenschaftlichen und publizistischen Kontext sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Sie dienen:

  • der Förderung von Standards für das profes­sionelle Verhalten von Thea­tertherapeuten*innen

  • der Handlungsorientierung der Mitglieder

  • dem Schutz der Klient*innen, Supervisand*innen und Weiterbildungskandidat*innen

  • als Grundlagen für die Klärung von Beschwer­den

 

DGfT-Mitglieder sowie Mitarbeiter*innen des ITT stehen in der Verantwortung, die in diesen Ethik­leitlinien beschriebenen Prinzipien zu beachten und sie als Grundlage für die verantwortungsvolle Um­setzung in ihrer Praxis zu nutzen sowie ihr Handeln kritisch zu reflektieren.

Die Drama- und Theatertherapie ist eine hand­lungsorientierte, Künstlerische Therapieform, die eine Verbindung zwischen der ursprünglichen Heil­funktion des Theaters und den Verfahren aner­kannter Psycho- und Sozialtherapien herstellt. Der Therapieverlauf wird als kreativer Prozess gestaltet, bei dem neue Zugänge zu vorhandenen Ressour­cen gesucht werden und der gegenwartsbezogene Aspekt im Vordergrund steht. Die vielfältigen Methoden dieser künstlerischen Therapieform sind spezifisch ausdifferenziert für fast alle psychischen Störungen. Sie werden in allen psychosozialen Feldern angewandt und haben sich insbesondere bei sonst schwer erreichbaren Klienten und Prob­lemfeldern bewährt.

Die Haltung von Theatertherapeut*in­nen, Berater*innen, Lehrtherapeut*innen und Super­visor*innen ist gekennzeichnet durch Achtung, Res­pekt und Wertschätzung gegenüber einzelner Personen, unabhängig von deren Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Kultur, Status, sexueller Orien­tierung, Weltanschauung und Religion, sowie ge­genüber Systemen. Theatertherapeut*innen machen sich die daraus resultierenden Unter­schiede zwischen sich und ihren Klient*innen bzw. Weiterbildungsteilnehmer*innen bewusst. Sie über­nehmen die Verantwortung für eine vertrauensvolle, geschützte und für die Klient*innen/Weiterbildungs­teilnehmer*innen förderliche Beziehung.

Die theatertherapeutisch tätigen Mitglie­der der DGfT sowie LehrtherapeutInnen sind verpflich­tet:

  • die für ihre therapeutische Tätigkeit erforderli­che Kompetenz in einer mindestens 3-jährigen Ausbildung als Theatertherapeut*in bei einer von der DGfT anerkannten Institution/
    Hochschule erworben zu haben
  • die eigene Haltung und Handlungskompetenz einer ständigen selbstkritischen Prüfung zu un­terziehen und durch regelmäßige Fortbildung sowie Studium der einschlägigen Literatur zu erweitern
  • die Qualität des eigenen professionellen Han­delns durch Intervision bzw. Supervision zu sichern
  • die Grenzen der eigenen Belastbarkeit recht­zeitig wahrzunehmen und Entlastungsmöglich­keiten in Anspruch zu nehmen
  • zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem besonderen Vertrauensverhältnis zu den Klient*innen bzw. zu Weiterbildungsteilneh­mer*innen
  • Beziehungen, die die professionelle Unab­hängigkeit und Urteilsfähigkeit gegenüber Klient*innen, Supervisant*innen und Weiter­bildungsteilnehmer*innen einschränken zu ver­meiden und dieses Abstinenzgebot für mindes­tens 6 Monate nach Beendigung der Zusam­menarbeit einzuhalten
  • den evtl. zur Therapie bzw. zur Ausbildung gehörenden Körperkontakt ausschließlich zum Wohl der Klient*innen bzw. Weiterbildungs­teilnehmer*innwen und mit großer Sorgfalt ein­zusetzen
  • das aus der professionellen Beziehung entste­hende Abhängigkeitsverhältnis nicht zu miss­brauchen – Missbrauch liegt vor, wenn z. B. sexuelle, wirtschaftliche, soziale, spirituelle Interessen befriedigt werden
  • die körperlichen, persönlichen, kulturellen, spirituellen, religiösen und politischen Grenzen der Kliennt*innen sowie Weiterbildungsteil­nehmer*innen zu respektieren
  • Klient*innen zu Beginn der Therapie über die Methode, die Rahmenbedingungen (Zeit, Um­fang, finanzieller Aufwand etc.), Möglichkeiten, Grenzen und die therapeutische Schweige­pflicht zu informieren
  • Mitteilungen Ihrer Klient*innen entsprechend den gesetzlichen Regelungen vertraulich zu behandeln und Datenschutzbestimmungen ein­zuhalten
  • diese Schweigepflicht auch im Zusammenhang mit Supervisionen, Intervisionen, Weiter­bildungen und Veröffentlichungen einzuhalten
  • Klient*inneninformationen nur mit deren aus­drücklicher Einwilligung (schriftlich) im Kontext von Veröffentlichungen sowie Weiterbildungen zu nutzen
  • jede irreführende und unwahrhaftige Werbung zu unterlassen

Zu den fachlichen Standards theater­therapeutischer Arbeit gehört, im jeweiligen Kontext auch mit anderen Systemen und Fach­leuten zusammenzuarbeiten sowie deren Kompe­tenzen und Ressourcen mit einzubeziehen.

  • Ein DGfT-Mitglied unterstützt die Einhaltung der ethischen Richtlinien der DGfT, wie sie hier formuliert sind durch sein Verhalten.
  • Ein DGfT-Mitglied respektiert die Rechte der DGfT, seiner Mitglieder, seiner MitarbeiterInnen und des ITT sowie dessen MitarbeiterInnen.
  • Ein DGfT-Mitglied setzt sich das gute gesell­schaftliche und im therapeutischen Kontext berufsspezifische Ansehen von DGfT und ITT ein.
  • Verstöße gegen die Ethikrichtlinien können dem DGfT-Vorstand oder einem eigens be­nannten Ethikbeirat gemeldet werden.
  • Der Vorstand bzw. der Ethik-Beirat der DGfT ist verpflichtet, jede an ihn gerichtete Anfrage und Beschwerde in gemeinsamer Beratung gewis­senhaft zu bearbeiten. Die Informationen sind vertraulich zu behandeln.
  • Nach gründlicher Befragung aller Beteiligten wird innerhalb einer angemessenen Frist eine einvernehmliche Lösung angestrebt. Auf Wunsch wird eine schriftliche Stellungnahme erarbeitet.
  • Wer gegen die Ethikrichtlinien verstößt, kann von der DGfT ausgeschlossen werden. Über einen Ausschluss entscheidet der Vorstand.

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