Was ist Theatertherapie?2018-04-18T14:58:56+00:00

Was ist Theatertherapie?

Die Theatertherapie wurde vor über 50 Jahren besonders in England, den USA und den Niederlanden entwickelt. Im englischsprachigen Raum wird sie als drama therapy bezeichnet, in Deutschland hat sich die Bezeichnung Theatertherapie durchgesetzt.

Die Theatertherapie ist eine handlungsorientierte, künstlerische Therapieform, die eine fruchtbare Verbindung zwischen der ursprünglichen Heilfunktion des Theaters und den Verfahren moderner Psycho- und Sozialtherapien herstellt. Der Therapieverlauf wird als kreativer Prozess verstanden, bei dem neue Zugänge zu vorhandenen Ressourcen gesucht werden und der gegenwartsbezogene Aspekt im Vordergrund steht. 

Wichtige Pioniere waren dabei Sue Jennings (GB), Alida Gersie (GB), Mooli Lahad (USA/Israel) und Robert Landy (USA).In vielen Ländern ist Theatertherapie heute eine anerkannte und in das staatliche Gesundheitswesen aufgenommene Therapieform. Die Methoden werden in den einzelnen Ländern auf vielfältige weise vermittelt, ob in mehrjährigen Weiterbildungen oder als Bachelor- bzw. Master-Studiengang. In Deutschland wird Theatertherapie seit vielen Jahren vom Institut für Theatertherapie im Auftrag der DGfT in mehrjährigen berufsbegleitenden Weiterbildungen und an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen als Bachelorstudiengang gelehrt. Die vielfältigen Methoden dieser künstlerischen Therapieform sind spezifisch ausdifferenziert für fast alle psychischen Störungen. Sie werden in allen psychosozialen Feldern angewandt und haben sich insbesondere bei sonst schwer erreichbaren Klient*innen und Problemfeldern bewährt. Die spielerische und körperorientierte Herangehensweise überwindet die Grenzen des rationalen Verstehens, so dass emotionale Aufgeschlossenheit erreicht und neue Perspektiven sowie Handlungsmöglichkeiten erschlossen werden können.